Leer. So fühle ich mich. Obwohl ich nicht wie ein paar andere derzeit eine Doktorarbeit schreibe. Erschöpft. Müde und lustlos. Sogar die Aussicht auf die kommenden Wochenenden lässt mich kalt.

Das nächste steht wieder ein Besuch bei meiner Besten und meinem Patenkind auf dem Plan. Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist nur eine halbherzige Verabredung, weil sich aktuell bei ihr ja eine neue Partnerschaft in den Vordergrund schiebt. Ob sie möchte oder nicht, zwangsläufig wird das auch etwas an unserem Verhältnis ändern. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Ich freue mich wirklich für sie. Ich bin eben weiterhin ich, und das, was ich in meiner Psyche habe, sieht das Ganze eben auch von einer anderen Seite.

Am folgenden Wochenende ist nur ganz eventuell eine Runde Gassi auf der monatlichen Gay Party dieser kleinen, öden Stadt geplant. Ich möchte sie nicht mehr vertrösten, auch wenn ich das für verschwendete Zeit halte. Denn das, was ich laut ihr suche und brauche, wird sich auch dort nicht finden. Dort laufen immer die gleichen Menschen herum. Und wenn dort eine Frau sein sollte, die meinen Vorstellungen von „Beuteschema“ entspricht, dann ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eher „Friend“ als gay.

So kriecht langsam wieder der bittersüße Gefanke ans Licht, der zur Feststellung und erhärteten Tatsache wird: Hier gibt es nichts mehr, was mich hält, und trotzdem liegen die Ketten viel zu fest an.

Verdammt.